Platz-Umbau: LVR-Archäo­lo­gen schau­ten Bag­ger über die Schaufel

Artikelbild 'LVR-Archäologen schauten Bagger über die Schaufel'Cro­nen­ber­ger Woche 17/2021 vom 30. April 2021

Orts­mit­te. Wer auf his­to­ri­schem Ter­rain „bud­delt“, der läuft „Gefahr“, dass ihm über die Schul­ter geschaut wird. So ergeht das der Evan­ge­li­schen Gemein­de Cro­nen­berg und dem Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­ein (CHBV): Im Schat­ten der ehr­wür­di­gen Refor­mier­ten Kir­che errich­ten sie den soge­nann­ten „Platz für alle“, der ein neu­er Treff­punkt in der Orts­mit­te wer­den soll. Das Pro­jekt nimmt immer mehr Form an: Um ein typisch Dör­per Ambi­en­te zu schaf­fen, wur­den bereits Schleif­stei­ne gesetzt oder mit dem Ver­le­gen von Kopf­stein­pflas­ter begonnen.

Damit dort zum Bei­spiel Later­nen leuch­ten, eine Per­go­la mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten zum Ver­wei­len ein­lädt oder auch even­tu­ell der Wochen­markt sowie Ver­an­stal­tun­gen Strom­an­schlüs­se vor­fin­den, muss auch „gebud­delt“ wer­den. Und das rief das Amt für Boden­denk­mal­pfle­ge des Land­schafts­ver­ban­des Rhein­land auf den Plan:
LVR-Archäo­lo­ge Hau­ke Evert Peters von der für Wup­per­tal zustän­di­gen Außen­stel­le Over­ath schau­te in der ver­gan­ge­nen Woche inter­es­siert zu, wie sich die Bag­ger­schau­fel am Fuße der Refor­mier­ten Kir­che in den Boden grub.

Alle Boden­ein­grif­fe auf his­to­ri­schem Ter­rain wür­den beglei­tet, das sei durch das Denk­mal­schutz­ge­setz so vor­ge­schrie­ben, erläu­ter­te Hau­ke Evert Peters, dass man ja schließ­lich in einem Bereich gra­be, wo bereits im 13. Jahr­hun­dert eine Kir­che gestan­den haben soll. Mög­li­che Fun­de in einem sol­chen Ter­rain sei­en Ske­lett­res­te, Kera­mi­ken, Haus­halts­ab­fäl­le oder auch ein alter Brun­nen, sprich Relik­te für das eins­ti­ge Leben an betref­fen­dem Ort—es fand sich nichts der­glei­chen, die Exper­ten aus Over­ath rück­ten wie­der ab.

Der Bau­schutt, ein Deckel des alten Heiz­öl­tanks der Kir­che, Res­te einer frü­he­ren Bruch­stein­mau­er oder auch eine „Über­bleib­sel-Stu­fe“ der eins­ti­gen Trep­pe vom Sei­ten­ein­gang zum heu­ti­gen Kul­tur­zen­trum Bor­ner Schu­le waren für die LVR-Archäo­lo­gen weni­ger inter­es­sant, auch die Kachel-Res­te des in den 1980er-Jah­ren abge­ris­se­nen Gemein­de­am­tes fand nur CHBV-Chef Rolf Tesche schüt­zens­wert. In die­ser Woche beauf­sich­tig­te und doku­men­tier­te „nur“ noch eine Mit­ar­bei­te­rin der Unte­ren Denk­mal­be­hör­de Wup­per­tals das Tun an der Solin­ger Straße—Rolf Tesche hat­te kaum etwas ande­res erwartet…!

Alle Bei­trä­ge zum Pro­jekt „Platz für alle“ fin­den Sie über die­sen Link