Berg­hau­ser Schu­le bald asbest­sa­niert – Fol­ge­nut­zung wei­ter auf Eis

Cro­nen­ber­ger Anzei­ger vom 24. Juni 2020

Bei den Arbei­ten zur Asbest­sa­nie­rung im Alt­bau der ehe­ma­li­gen Schu­le an der Berg­hau­ser Stra­ße 45 wur­de der Schad­stoff an einer wei­te­ren Stel­le gefun­den. Daher muss­ten zwei Berei­che, die eigent­lich par­al­lel hät­ten saniert wer­den sol­len, nach­ein­an­der saniert wer­den. Die Anfang März begon­ne­nen Arbei­ten kön­nen so nicht, wie geplant, bereits im Juni abge­schlos­sen wer­den, son­dern wer­den erst Ende Juli fertig.

Eine Über­ra­schung, auf die Tho­mas Lehn, Pro­dukt­ma­na­ger beim Gebäu­de­ma­nage­ment der Stadt Wup­per­tal (GMW), gern ver­zich­tet hät­te: „Mit den bis­her dafür ver­an­schlag­ten 200.000 Euro wer­den wir also nicht ganz aus­kom­men“, bedau­ert die­ser. Zumin­dest in die­sem Punkt scheint es mit dem The­ma „Erhalt der Berg­hau­ser Schu­le“ wei­ter zu gehen. Der von Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Mucke vor­ge­schla­ge­ne Work­shop, der in Koope­ra­ti­on des Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins und der Stadt orga­ni­siert wur­de, um ein Fol­ge­nut­zungs­kon­zept für die Immo­bi­lie zu erar­bei­ten, konn­te wegen der Anti-Coro­na-Maß­nah­men bis­her nicht umge­setzt wer­den. Was aber auch immer künf­tig mit dem denk­mal­ge­schütz­ten, um 1910 errich­te­ten Gebäu­de geschieht: Die Asbest­sa­nie­rung war unum­gäng­lich. Der Dach­bo­den war durch Asbest­fa­sern stark kon­ta­mi­niert, denn bei einer Brand­schutz­sa­nie­rung in den 1970er Jah­ren waren die bei­den ver­wen­de­ten asbest­hal­ti­gen Trenn­wän­de zur Ver­klei­dung der lüf­tungs­tech­ni­schen Anla­ge vor Ort ohne Schutz­maß­nah­men bear­bei­tet wor­den. Erst wur­de das belas­te­te Mate­ri­al und die lüf­tungs­tech­ni­sche Anla­ge ent­fernt. Danach muss­ten sämt­li­che Ober­flä­chen im Dach­ge­schoss (etwa 1.700 Qua­drat­me­ter) auf­wän­dig – zu gro­ßen Tei­len von Hand – gerei­nigt wer­den. Dazu wur­de ein raum­fül­len­des Gerüst von bis zu etwa acht Metern Höhe errich­tet. Um die Sanie­rungs­ar­bei­ten erfolg­reich durch­füh­ren zu kön­nen, muss­ten dar­über hin­aus auch in ande­ren Stock­wer­ken asbest­hal­ti­ge Bau­tei­le ent­fernt wer­den. Im zwei­ten Ober­ge­schoss des Neu­baus wur­den zudem mit Form­alde­hyd belas­te­te Wand- und Decken­be­klei­dun­gen zurück­ge­baut. Ins­ge­samt wur­den acht Schwarz­be­rei­che ein­ge­rich­tet. Erschwert wur­de die Sanie­rung durch die beein­träch­tig­te Trag­fä­hig­keit der Holz­bal­ken­de­cken im Alt­bau. Bevor mit den eigent­li­chen Arbei­ten begon­nen wer­den konn­te, muss­ten des­halb zunächst Stüt­zen ein­ge­bracht wer­den. Die erfolg­reich abge­schlos­se­ne Asbest­sa­nie­rung ist Vor­aus­set­zung für die Sanie­rung des Dach­stuhls und der Dach­ein­de­ckung. Die­se Maß­nah­me wird jetzt von der GMW vor­be­rei­tet. Wie es mit der Erar­bei­tung eines Kon­zepts zur Fol­ge­nut­zung wei­ter­ge­hen wird, bleibt vor­erst unklar.