Umzug des Stadt­ar­chivs

Unver­hofft kommt oft und wirft Fra­gen auf

Cro­nen­ber­ger Anzei­ger vom 17. Juni 2020

Die Ber­gi­sche Uni­ver­si­tät Wup­per­tal hat ihr Inter­es­se an den bei­den Has­pel­häu­sern geäu­ßert, um den dor­ti­gen Cam­pus zu erwei­tern. Als alter­na­ti­ven Stand­ort für das dort ansäs­si­ge Stadt­ar­chiv, sind die Gebäu­de der ehe­ma­li­gen Fir­ma Bel­zer an der Has­te­ner Stra­ße in Cro­nen­berg vor­ge­schla­gen wor­den.

Die­se Mög­lich­keit wur­de bereits im Kul­tur­aus­schuss behan­delt und als gut emp­fun­den. In Cro­nen­berg jedoch, stößt die­se Pla­nung teil­wei­se auf Ver­wun­de­rung. Micha­el-Georg von Wen­c­zow­sky, stell­ver­tre­ten­der Bezirks­bür­ger­meis­ter Cro­nen­berg, nahm die Neu­ig­kei­ten mit Erstau­nen auf, zumal er sie der Pres­se ent­neh­men muss­te, .ohne eine wei­te­re Ankün­di­gung im Vor­feld: „War­um wur­de für die­ses Anlie­gen nicht die Schu­le in der Berg­hau­ser Stra­ße favo­ri­siert?„

Die von der Stadt vor­ge­se­he­ne Ver­äu­ße­rung des denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­des ist vie­len Cro­nen­ber­gern ein Dorn im Auge und rief laut­star­ken Unmut her­vor. Dar­auf­hin soll­te in Zusam­men­ar­beit mit dem CHBV ein Work­shop orga­ni­siert wer­den, der zur Erstel­lung eines Fol­ge­nut­zungs­kon­zepts für die Schu­le die­nen soll­te. Rolf Tesche, 1. Vor­sit­zen­der des Cro­nen­ber­ger Hei­mat- und Bür­ger­ver­eins, nimmt den geplan­ten Umzug des Stadt­ar­chivs stirn­run­zelnd ent­ge­gen: „Es ist im Grun­de bezeich­nend, dass nie­mand von sol­chen Ent­schei­dun­gen etwas mit­kriegt.“ Auch er fragt sich, war­um da nicht an die ehe­ma­li­ge Schu­le gedacht wur­de, die mehr Ent­wick­lungs­po­ten­ti­al zu bie­ten hät­te und statt­des­sen das „Bel­zer Mil­lio­nen­grab“ als Stand­ort gehan­delt wird. Die Ant­wort gibt er sich selbst: „Wenn man von Ent­wick­lun­gen öffent­lich nichts hört, dann stimmt da zumeist was nicht und letzt­lich kom­men Din­ge dabei her­aus, die still ent­schie­den wer­den.“