Berg­hau­ser Schu­le: OB Mucke regt Work­shop an

Cro­nen­ber­ger Woche, Aus­ga­be 50/2019 vom 13./14. Dezem­ber 2019

Beim Dis­kus­si­ons­abend der Bür­ger­ver­ei­ne zur Zukunft des Denk­mals gaben die Rats­po­li­ti­ker kaum Grund zur Hoff­nung – auch wenn ein Work­shop zur Ideen­fin­dung ein­ge­setzt wer­den soll…

Cro­nen­berg. Beim Dis­kus­si­ons­abend der vier Cro­nen­ber­ger Bür­ger­ver­ei­ne ging es nicht nur um das Für und Wider von Woh­nun­gen für Feu­er­wehr­leu­te am künf­ti­gen Feu­er­wa­che-Stand­ort Berg­hau­ser Stra­ße (die CW berich­te­te bereits). Vor allem stand die Zukunft des Schul­ge­bäu­des am Lenz­haus im fast aus allen Näh­ten plat­zen­den „Cro­nen­ber­ger Fest­saal“ auf der Agen­da.

Wie viel­fach berich­tet, gibt es gera­de­zu eine Zünd­stoff-Gemenge­la­ge um das Are­al an der Berg­hau­ser Stra­ße 45. Die Stadt hat das denk­mal­ge­schütz­te Gebäu­de der­art „beschei­den“ instand gehal­ten, dass sich die Sanie­rungs­kos­ten auf etwa acht Mil­lio­nen Euro belau­fen sol­len – es soll daher ver­kauft wer­den.

Dass die neue Feu­er­wa­che Cro­nen­berg auf dem Schul­grund­stück ent­ste­hen soll, ist der­weil zwar unstrit­tig. Dass der Neu­bau aber ohne Woh­nun­gen für Wehr­leu­te rea­li­siert wer­den soll, dage­gen gibt es mas­si­ven Wider­stand (wir berich­te­ten). Nicht zuletzt hofft man in Cro­nen­berg, dass auch eine Sport­hal­le auf das Schul­grund­stück am Lenz­haus passt. Bei der Stadt ist aber kei­ne Rede mehr davon (die CW berich­te­te eben­falls).

Bei dem von Jan-Lukas Klein­schmidt mode­rier­ten Dis­kus­si­ons­abend der Bür­ger­ver­ei­ne kam all das auf den Podi­ums­tisch. Die­ser zeig­te sich mit den Rats­mit­glie­dern Rena­te Warne­cke (SPD), Susan­ne Her­haus (Lin­ke), Hans-Jörg Her­hau­sen (CDU) und Marc Schulz (Grü­ne) sowie mit Cro­nen­bergs FDP-Vor­sit­zen­den René Schunck poli­tisch pro­mi­nent besetzt. Zudem nah­men Ober­bür­ger­meis­ter Andre­as Mucke, Feu­er­wehr­chef Ulrich Zan­der und Gui­do Blass, Spre­cher der frei­wil­li­gen Feu­er­weh­ren Wup­per­tals, auf dem Podi­um Platz.

„Die Schu­le ver­gam­meln las­sen“: „Bravo“-Rufe für CHBV-Chef

Der Vor­wurf von CHBV-Chef Rolf Tesche („Man hat die Schu­le bewusst ver­gam­meln las­sen“) sorg­te im vol­len Festaal für Applaus und Bra­vo-Rufe. An den Poli­ti­kern perl­te das jedoch ab: Mut­wil­lig ver­kom­men habe die Stadt das Denk­mal ganz bestimmt nicht, lau­te­te der Tenor. Viel­mehr habe die Stadt nicht genug Geld, um alles zu tun, müs­se man Prio­ri­tä­ten set­zen – da sei es an der Berg­hau­ser Stra­ße halt zu einem Sanie­rungs­stau gekom­men. Geläch­ter aus der Zuhö­rer­schaft war da zu hören…

Rena­te Warne­cke wuss­te als Vor­sit­zen­de des zustän­di­gen Betriebs­aus­schus­ses Gebäu­de­ma­nage­ment zu berich­ten, dass man den Sanie­rungs­stau an den städ­ti­schen Gebäu­den von 300 auf 150 Mil­lio­nen Euro abge­ar­bei­tet habe. „Ja“, die Berg­hau­ser Schu­le sei dabei ver­nach­läs­sigt wor­den. Aber man müs­se eben dort inves­tie­ren, wo der Bedarf da sei: „Der Bedarf ist im Tal da“, ver­wies Warne­cke auf die För­der­mög­lich­kei­ten und stei­gen­den Schü­ler­zah­len dort: „Da sind die Kin­der.“

Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Schulz: „Wir stel­len uns ja hier…“

„Es ist lei­der nicht für alles Geld da“, unter­strich auch CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Her­hau­sen: „Wir sind ver­pflich­tet, mit dem, was da ist, mög­lichst viel zu schaf­fen.“ Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Schulz wehr­te sich dage­gen, dass man in Sachen Berg­hau­ser Stra­ße vom grü­nen Tisch her ent­schei­de: Man habe sich immer­hin bei einem Orts­ter­min an der Berg­hau­ser Stra­ße ein Bild ver­schafft und zudem: „Wir stel­len uns dem ja hier.“ Ein­zig Susan­ne Her­haus zeig­te „ein Herz“ für die Cro­nen­ber­ger For­de­run­gen: „Gel­der müs­sen auch in die Stadt­tei­le gehen“, sprach sich die zwi­schen­zeit­lich frisch geba­cke­ne Lin­ken-Co-Frak­ti­ons­chefin dafür aus, die Beschlüs­se der Bezirks­ver­tre­tung Cro­nen­berg ernst zu neh­men: „Natür­lich ist hier Bedarf.“

Den Vor­wurf von Bür­ger­ver­eins­chef Tesche, die Stadt gebe für die Innen­städ­te in Bar­men und Elber­feld Mil­lio­nen aus, tue aber nichts für Cro­nen­bergs Ent­wick­lung, kon­ter­te Ober­bür­ger­meis­ter Mucke: Im Tal gebe es bis zu 80 Pro­zent För­der­mit­tel, „in Cro­nen­berg kriegt man die nicht – lei­der, lei­der“, sag­te Mucke. Aber man arbei­te ja an der Sam­ba­tras­sen-Ver­län­ge­rung, brin­ge nun die Dör­per Denk­mal­be­reichs­sat­zung auf den Weg und sanie­re für Mil­lio­nen das Gar­ten­hal­len­bad – „wir machen was in Cro­nen­berg“, so Mucke.

Work­shop-Ankün­di­gung aus dem Nichts

Das The­ma „Zukunft der Berg­hau­ser Schu­le“ schien fast schon mit „unver­än­der­ten Fron­ten“ erle­digt, da griff Ste­fan Schal­ler („Cro­nen­berg will mehr“) aus dem Publi­kum zum Mikro­fon: Schal­ler reg­te an, ein Nut­zungs­kon­zept zu dem Schul-Denk­mal mit Bür­ger­be­tei­li­gung zu erar­bei­ten. Als Rena­te Warne­cke dazu anmerk­te, dass die Bür­ger­be­tei­li­gung bei der Stadt groß geschrie­ben wer­de, gab’s dafür Geläch­ter.

Anders bei OB Mucke: Wie aus dem Nichts kün­dig­te Mucke einen Work­shop an, um Ideen zu sam­meln und nach Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten zu suchen – da gab’s Applaus. Gleich­zei­tig unter­strich Mucke, er kön­ne kei­ne Ver­spre­chen machen, Gegen­fi­nan­zie­run­gen müss­ten gefun­den wer­den – „es sind im Haus­halt kei­ne Mil­lio­nen übrig, um das zu finan­zie­ren“.

Man­cher Zuhö­rer ging aber nach sei­ner Work­shop-Ankün­di­gung mit ein wenig mehr Hoff­nung zur Berg­hau­ser Schu­le nach Hau­se. Ob die­se berech­tigt ist, muss sich nun zei­gen. Skep­sis bleibt ange­sagt: Der Vor­schlag „Wenn du nicht mehr wei­ter­weißt, bil­de einen Arbeits­kreis“ wird schließ­lich eher als „Beam­ten­witz“ gehan­delt…